Vernetzung spart Zeit

Sozialpartner erörtern digitale Möglichkeiten für die Chemieproduktion

Hannover.  Wenn man mit Pilotprojekten und auf freiwilliger Basis beginnt, lassen sich digitale Anwendungen in der Produktion erfolgreicher durchsetzen:

Katrin Becker (VCE)

Sozialpartner erörtern digitale Möglichkeiten für die Chemieproduktion

Diese Erfahrung hat Tuelin Ersari, Leiterin des Controllings bei der BASF SE in Ludwigshafen, bei der Digitalisierungstagung der Sozialpartner IG BCE, Verband der Chemischen Industrie und Arbeitgeberverband Chemie Nord am 7. November in Hannover geteilt. 200 digitale Projekte in ihrem Unternehmen hätten Wachstum und Effizienz vorangebracht. Allein der Einsatz von Tablets anstelle fest installierter Computer ermögliche die Verbindung des SAP-Systems mit dem „Herzstück der Produktion“.

Ein digitales Schichtbuch, das auch den Austausch mit der Instandhaltung und das Delegieren von Aufträgen erlaubt, stellten Gerhard Joeken und Jörg Fuchs, der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von Olin Blue Cube und sein Stellvertreter vor. Mitarbeitende hätten mit nachvollziehbaren Abläufen und lückenloser Dokumentation beim „Shift-Connector“ gute Erfahrungen gemacht. Über Speicherung und Zugangsberechtigung zu den Daten allerdings sei eine Betriebsvereinbarung nötig.

Wie digitales Arbeiten in der Chemie-Industrie in Zukunft aussehen könnte, führten Christoph Heinen und Andreas Erben von Bergolin in Bremen mit einer Datenbrille vor: Über die von Microsoft entwickelte HoloLens könnten Arbeitsanweisungen und Sicherheitshinweise während des Produktionsprozesses jeweils „zum optimalen Zeitpunkt“ eingeblendet werden. Produktion wie Produzierende seien damit besser überprüfbar. Wie das im Einzelnen geregelt wird, müsse auch hier mit Betriebsräten erörtert werden. Noch sei diese Technologie in der Produktion nicht einsatzbar.

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